Wir können stolz auf uns sein! Innerhalb einer Woche und mit lediglich dreitägiger öffentlicher Mobilisierung haben wir es gemeinsam geschafft, ein mehr als deutliches Statement in Richtung der Innenminister, Verbände und Vereine zu setzen. Unsere Erwartungen zur Demo wurden massiv übertroffen, über 20.000 Fußballfans sind über Rivalitäten hinweg Seite an Seite durch Leipzig gezogen und haben eine klare Botschaft gesendet: Gegen populistische Forderungen der Politik und gegen die Erfüllungsgehilfen in den Verbänden – Für die lautstarke, kreative und einzigartige Fankultur in Deutschland!
Angekündigt hatten wir im Vorfeld, dass der Protest beim heutigen DFB-Länderspiel in Leipzig fortgeführt und ins Stadion getragen werden soll. Hiermit geben wir bekannt, dass es sich dabei um eine Fake-Ankündigung gehandelt hat. Ziel war es, den Sicherheitsbehörden die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben beim Gedanken daran, dass hunderte Leute aus den aktiven Fanszenen das Premiumprodukt Länderspiel torpedieren und im Zentralstadion aufschlagen. Bereits während der Demonstration am Sonntag hat man gesehen, dass einzig und allein die Polizei dafür verantwortlich ist, dass die Einsatz- und Personalkosten beim Fußball absurdeste Ausmaße angenommen haben. Begleitet wurde die Demo beispielsweise unter anderem von diversen Einsatzkräften, einem Polizeihubschrauber sowie zwei Wasserwerfern. Wenig verwunderlich liefen, flogen und standen diese sinnlos in der Gegend und kosteten dabei den Steuerzahler horrende Summen. Wir sind es leid, als billige Ausrede für ausufernde Polizeikosten rund um Fußballspiele herhalten zu müssen!
Und wie geht es jetzt weiter?
Nach dem erfolgreichen Sonntag in Leipzig ist völlig klar, dass wir den Protest nun zurück in die Stadien und unsere Kurven tragen müssen. Es bleiben uns noch wenige Wochen, um den Druck hochzuhalten und den Law-and-Order-Politikern die Stirn zu bieten. Ihr könnt euch gewiss sein, dass wir den Spirit der Demonstration aufgenommen haben und bereits tief in den Planungen stecken, wie wir die nächsten Wochen angehen. Um es Politik, Verbänden und Co. mit einem von uns bereits beim Investoren-Protest genutzten Wortlaut zu sagen: Ihr werdet von uns hören!
Als Schwaben Kompanie Stuttgart unterstützen wir den anhaltenden Einsatz der Fanszenen Deutschlands für den Erhalt einer freien und sicheren Fankultur.
Die Demonstration „Der Fußball ist sicher!“ am 16. November in Leipzig, an der rund 20.000 Menschen teilgenommen haben, war ein deutliches und kraftvolles Signal. Sie hat gezeigt, wie groß die Unterstützung für eine selbst bestimmte und von unverhältnismäßigen Eingriffen freie Stadionkultur ist – und wie wichtig es bleibt, dieses Anliegen auch in der politischen Debatte deutlich zu machen.
Um den öffentlichen Druck weiter zu erhöhen, wurde neben den Protesten in den Kurven eine bundesweite Petition gestartet. Ziel ist es, den Innenministern der Länder aufzuzeigen, dass der Fußball in Deutschland sicher ist und keine zusätzlichen Maßnahmen wie personalisierte Tickets, eine zentrale Stadionverbotskommission oder flächendeckende Überwachung benötigt. Wer das Anliegen unterstützen möchte, kann dies durch die Teilnahme an der laufenden Petition tun.
Pünktlich zur im Dezember anstehenden Innenministerkonferenz (IMK) in Bremen melden wir uns mit einer Stellungnahme. Wie ihr euch denken könnt: kein gutes Zeichen. Doch was steht zur Debatte? Auf der vorletzten IMK im vergangenen Winter wurden bereits Maßnahmen angedacht, die angeblich die Sicherheit im Stadion erhöhen sollen. Was bislang allerdings einem zahnlosen Papiertiger glich, könnte alsbald bittere Realität werden: Personalisierte Tickets, KI-gestützte Sicherheitsmaßnahmen rund um Spieltage und massenhaft neue Stadionverbote ohne Unschuldsvermutung könnten die Folge sein!
Anfang Dezember soll die Schaffung einer bundesweiten Stadionverbotskommission beschlossen werden. Zusätzlich zu den standortgebundenen SV-Kommissionen soll diese Institution die Vergabe des ohnehin rechtsstaatlich höchst fragwürdigen Sanktionsmittels „Stadionverbot“ überwachen. Rücknahmen und vorzeitige Aufhebungen der Stadionverbote durch die SV-Kommissionen der einzelnen Standorte könnten zukünftig von oben herab untersagt werden. Hierbei wird die Expertise der Vereine, die mit den Vorgängen rund um ihre (Heim-)spiele vertraut sind und lokale Situationen definitiv besser einordnen können als eine zentrale Stelle, bewusst umgangen. Zudem sollen Vereine, die sich nicht an die Vorgaben der zentralen Stadionverbotskommission halten, zukünftig durch die Sportgerichtsbarkeit sanktioniert werden. Unklar bleibt zunächst, ob auch eine direkte SV-Vergabe im Repertoire des neuen Monsters von Verbänden und Politik liegen soll. Ebenso wenig ist über die mögliche personelle Zusammensetzung bekannt. Man stelle sich vor, die Schreihälse aus Innenministerien und Repressionsorganen wie der Polizei wären Teil dieses Gremiums – es würde wohl nicht lange dauern, bis Stadionverbote nach dem Gießkannenprinzip verteilt würden – massenhafte Überwachung und Personalienfeststellungen durch Festsetzung ganzer Personengruppen inklusive. Gleiches gilt für die angedachte Praxis, bis spätestens sechs Wochen nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens (wohlgemerkt: keiner Verurteilung!) ein Stadionverbot zu prüfen. Wie oft derartige „Prüfungen“ dann in einem SV münden, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Besonders eklatant ist hierbei, dass aus einer Soll-Formulierung nun eine Muss-Vorschrift werden soll. Jedes eingeleitete Strafverfahren, was sich bekanntermaßen in sehr vielen Fällen aufgrund Unsinnigkeit nach einer Weile im Sande verläuft, wäre gleichbedeutend mit einem sofortigen Stadionverbot für den Betroffenen!
Neben der neuen Praxis für Stadionverbote fordern Hardliner aus der Politik und der Polizei weitere Einschnitte in den Stadionalltag. Ein Szenario besteht aus flächendeckenden personalisierten Tickets sowie Gesichtsscannern. Dabei stellen wir nicht nur die Umsetzbarkeit und Sinnhaftigkeit infrage, sondern erkennen auch einen klaren Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht aller Stadionbesucher. Wenn alle Fans am Einlass auch noch das letzte Stück Freiheit für den Besuch unseres Volkssports abgeben müssen, steht das im krassen Widerspruch zu unseren Vorstellungen und entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit.
Natürlich findet auch das omnipräsente Thema Pyrotechnik seinen Platz in den Fantasien der Politiker und Behörden. Während die Fanszenen im ganzen Land im Rahmen der „Verbandsstrafen abschaffen“-Kampagne seit geraumer Zeit konstruktive Vorschläge liefern und ohne populistisch vorzupreschen sinnvolle Dialoge mit Vereinen und Verbänden zu Pyrotechnik initiieren, verschließen Politik und Polizei die Augen vor der Realität der reifen und in den Stadien vollumfänglich positiv bewerteten Nutzung von Pyrotechnik der Fanszenen. Mit einer Null-Toleranz-Linie sowie Gleichsetzung von Pyrotechnik mit Gewalt und Bedrohung zeigt die Gegenseite eindrucksvoll, dass jegliches Verständnis für Fankultur fehlt.
Die deutschen Stadien sind sichere Orte – das belegen sämtliche Statistiken der Behörden selbst wie etwa der im Oktober 2025 veröffentlichte Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS). Wofür also eine neue Stadionverbotskommission benötigt wird, die die Kompetenzen der örtlichen Sicherheitsträger definitiv einschränken soll, bleibt höchst fragwürdig. Statt sich weiterhin repressiven Maßnahmen zu verschreiben, braucht es Konzepte, die das Sicherheitsrisiko für uns Stadiongänger tatsächlich verringern. Wir fordern daher:
Minimierung der Polizeieinsätze – Die größte Gefahr in den deutschen Stadien bleiben unberechenbare Einheiten der Bereitschaftspolizei. Statt sich über Kostenumlagen auf die Vereine Gedanken zu machen, sollten die Innenministerien die vollkommen maßlosen Einsatzzeiten ihrer Bediensteten reduzieren.
Aussetzung des Präventivinstruments „Stadionverbot“ – Eine zentrale Stadionverbotskommission sowie die zwanghafte Vergabe eines Stadionverbots nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens darf es unter keinen Umständen geben! Generell stellen wir uns klar gegen das Präventivinstrument Stadionverbot. Anstatt junge Menschen aus den Stadien auszusperren, sollten sich Verbände und Politik für rechtsstaatlich verbindliche und pädagogisch wertvolle Maßnahmen bei tatsächlich vorliegenden Straftaten im Fußballkontext einsetzen.
Überwachungskosten reduzieren – Statt den Vereinen immer teurere Überwachungssysteme unter dem Deckmantel der Stadionsicherheit aufzuzwingen, sollten die Gelder in die Nachwuchsarbeit, die Infrastruktur der Stadien und die Arbeit von Fanprojekten investiert werden.
Anerkennung des Mehrwerts der deutschen Kurven – Anstatt mit der Forderung der Personalisierung aller Eintrittskarten jeden Stadiongänger unter Generalverdacht zu stellen, sollte auch die Politik die Fankultur hierzulande als Alleinstellungsmerkmal des Fußballs anerkennen! Auch die Nutzung von Pyrotechnik sollte endlich ihre berechtigte Akzeptanz finden!
Uns ist bewusst, dass auch wir die Uhren nicht zurückdrehen werden. Häufig wurden hart erkämpfte Freiheiten nur kurze Zeit später zum Wohle des Populismus einiger weniger wieder eingeschränkt. Doch seid euch gewiss: Sollten sich die Gerüchte erhärten, werden wir uns zum Wohle aller Stadionbesucher für das Fußballstadion als Ort der Freiheit einsetzen und für die Werte unseres Fußballs einstehen!
Wie euch allen bekannt sein dürfte, spielt der VfB – beziehungsweise wir Fans – in den internationalen Wettbewerben inzwischen „auf Bewährung“. Ein Schicksal, das sich der VfB mit einigen weiteren Vereinen teilt. Die UEFA lässt aufgrund des Abbrennens von Pyrotechnik sowohl für Heimspiele (wegen des Heimspiels gegen Bergamo), als auch für Auswärtsspiele (aufgrund des Auswärtsspiels in Basel) über uns VfB-Fans das Damoklesschwert gesperrter Fanblöcke schweben. Eine Kollektivstrafe, die als solche selbst bereits abzulehnen ist. Das Konstrukt der Verbandsstrafen ist ohnehin mehr als fragwürdig. Über Jahre hat sich hier eine Paralleljustiz in korrupten Verbänden etabliert, die erklären möchte was richtig und was falsch ist. Das ausgesendete Signal seitens der UEFA ist klar: Null-Toleranz-Politik, vor allem im Falle von Pyrotechnik. Ein Kampf gegen freie, selbstbestimmte, farbenfrohe und manchmal eben auch unbequeme Fankurven.
Doch wie sieht eigentlich die andere Seite der Medaille aus?
Reist man seinem Verein als Fußballfan durch Europa hinterher, hat das Erlebte mit dem vielzitierten freien Europa oft nur wenig bis nichts zu tun. An jeder Ecke bekommt man das Gefühl vermittelt hier nicht erwünscht und nur störendes Beiwerk zu sein. Wird man als Fußballfan erkannt, steht man direkt unter Generalverdacht. Viele VfB-Fans haben in den vergangenen Monaten ihre ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Oftmals wird der große Traum dem eigenen Verein durch ganz Europa zu folgen zur persönlichen Belastungsprobe. Ein kleiner Abriss, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
In Madrid steht den VfB-Fans eine unglaublich eskalativ auftretende Polizeieinheit am Spieltag gegenüber. Nur dem besonnenen Auftreten der Fans, die sich dieses magische erste Champions League Spiel seit vielen Jahren nicht nehmen lassen wollen, ist es zu verdanken, dass die Situation nicht eskaliert. Bereits im Vorfeld wird vor allem die aktive Fanszene von Restriktionen überzogen. Als Fanmaterial ist nur die Zaunfahne – und diese auch nur nach vorheriger Anmeldung inklusive Bild – sowie eine einzige Trommel erlaubt, kurzfristig noch ein Megafon. Keine Fahnen und von der Möglichkeit einer Choreographie oder Ähnlichem ganz zu schweigen. Auf Kleidung und Schals ist die Aufschrift „Ultras“ verboten. Doch nicht nur die aktive Fanszene trifft es. Es herrscht eine sehr strenge Ticketpersonalisierung. Zudem wird bereits im Vorfeld des Spiels klar kommuniziert, dass als VfB-Fans zu erkennende Personen in anderen Bereichen des Stadions am Einlass auch mit gültiger Eintrittskarte abgewiesen beziehungsweise des Stadions verwiesen werden.
Ein Thema, das sich auch in das nächste internationale Auswärtsspiel in Turin zieht. Auch hier reden wir von einer hundertprozentigen & strengen Ausweiskontrolle bei personalisierten Tickets. Mit einem deutschen Ausweis sollte man keinen Zutritt zu den Bereichen außerhalb des Gästeblocks bekommen. Juventus Turin storniert zahlreiche Ticketbestellungen von VfB-Fans proaktiv. Dazu kommt ein ebenfalls sehr repressiver Umgang mit der Freigabe und Anmeldung von Fanmaterialien.
Was auf dem Weg nach Belgrad an der kroatisch-serbischen Grenze passiert ist, wird vermutlich jedem Leser dieses Textes bekannt sein. Ein drastischer Fall. Nacktkontrollen, menschenunwürdiges Verhalten bis hin zu im Nachgang ärztlich attestierten Körperverletzungen seitens der Grenzbeamten. Für uns als aktive Fanszene der Punkt, an dem es uns reichte und wir schweren Herzens auf einen Spielbesuch verzichteten. Reaktionen der UEFA an dieser Stelle? Keine! Doch müssen wir gar nicht so sehr mit dem Finger auf die serbischen Behörden zeigen. Auch die Stuttgarter Polizei wollte sich international nichts nachsagen lassen. In Stuttgart gab es zahlreiche willkürlich ausgesprochene Bereichsbetretungsverbote oder Ingewahrsamnahmen von Gästefans, vor allem rund um das Spiel gegen Paris Saint Germain.
Auch in dieser Saison benötigten die Auswärtsfahrer des VfB ein dickes Fell. Zum Auswärtsspiel in Basel gab es auch innerhalb des Schengen-Raums massive Grenzkontrollen, teilweise mit Filmaufnahmen. In Istanbul war man vollkommen der Willkür des dortigen Sicherheitsapparats unterlegen. Die Zaunfahnen mussten bereits Wochen vor dem Spiel einen strengen Anmeldeprozess durchlaufen. Die Entscheidungen darüber, welche Fahnen erlaubt sind und welche nicht, wurden dann aber kurz vor dem Spiel bei der Abfahrt der Shuttlebusse und teilweise erst während der Fahrt zum Stadion kommuniziert. Und das bei einer Anreise von mehr als 2000 Kilometern! Außer einer Trommel war auch sonst nichts erlaubt, keine Megafone, keine Fahnen, nichts.
Zudem ziehen sich durch alle Auswärtsspiele in den UEFA-Wettbewerben menschenunwürdige Zustände. Ewig andauernde Einlasssituationen vor dem Spiel, lange andauernde sogenannte „Blocksperren“ danach. Rund um die Einlasssituationen in Madrid, Turin und Basel, am Einlass und vor allem im Block in Istanbul kam es zu einem Stau der Masse an Fans, vollkommener Überfüllung von manchen Bereichen und dadurch zu Szenarien, in denen nur besonnenes Verhalten der Fans eine Massenpanik oder Schlimmeres verhindert hatte. Auch gestaltet sich sowohl die Verpflegungs- als auch die Toilettensituation oftmals mehr als fragwürdig. Kurzum: Man fühlt sich wie Vieh.
Es kommt nicht von ungefähr, dass auf unser Drängen hin inzwischen bei jedem internationalen Auswärtsspiel ein bis zwei offizielle Fananwälte aus den jeweiligen Ländern zur offiziellen Delegation des VfB gehören. Wir wollen uns an dieser Stelle gar nicht ausmalen, wie die Stadionbesuche ohne die jeweiligen Anwälte ausgesehen hätten.
Doch nicht nur wir Fans sind Betroffene dieses ganzen Organisationsversagens der UEFA. Die Vorkommnisse rund um unseren VfBler Deniz Undav, der in Istanbul rassistisch beleidigt wurde, sind uns allen noch frisch im Gedächtnis. Die UEFA macht es sich hier einfach und verweist darauf, dass weder im Schiedsrichter- noch im Delegiertenbericht Vorfälle erwähnt werden. Bei der UEFA sind TV- und sonstige Videoaufzeichnungen zulässige Beweismittel. In Bezug auf angebliche Verfehlungen in Richtung Pyrotechnik und Ähnlichem wird dies auch gern genutzt. In diesem Fall werden jedoch trotz hinreichenden Hinweisen keine Ermittlungen angestellt.
Es scheint, als könne in diesem Fall nicht sein, was nicht sein darf. Die UEFA schreibt sich „Respect“ auf die Fahnen und trägt ihre angeblichen „Werte des Sports“ nach außen hin in gigantischem Ausmaß vor sich her. Am Ende des Tages giert die UEFA als Verband, sowie auch die einzelnen Funktionsträger vor allem nach Ruhm und Geld. Und man schämt sich dabei nicht, nach unten auf die Fans zu treten. Es regiert die Doppelmoral und die UEFA steht mitsamt ihren ganzen PR- und Strafensystemen vor allem für eins: Bluewashing in seiner reinsten Form! Wenn jemand diesen Sport zerstört, dann die Gier der Verbände und nicht die Leidenschaft der Menschen, die den Fußball zu dem machen, was er ist.
Diesen Donnerstag treten wir als amtierender deutscher Pokalsieger im Europapokal an! Eine Situation, die immer noch schwer zu begreifen ist. Nach den Erfahrungen der letzten Saison ist jedem von uns klar, welche Höhepunkte in den kommenden Wochen und Monaten auf uns zukommen – Höhepunkte, an die wir uns lange erinnern möchten.
Daher möchten wir auch in dieser Saison für jedes Europapokal-Heimspiel eigens erstellte Hardtickets als Andenken fürs Leben ausgeben. Diese werden wir vor dem Eingang zu Block 36 gegen eine freiwillige Spende anbieten. Die erhaltenen Spenden werden wir im Anschluss an soziale Einrichtungen weitergeben.
Kommt am Donnerstag vorbei und holt euch euer Andenken an die erste Europapokalnacht als Pokalsieger ab!
Forderungen der Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“
an die RLSW Regionalliga Südwest GmbH,
sowie die beteiligten Landesverbände
Fußballverband Rheinland,
Saarländischer Fußballverband,
Südwestdeutscher Fußballverband,
Badischer Fußballverband,
Südbadischer Fußballverband,
Hessischer Fußballverband,
Württembergischer Fußball-Verband
sowie den Deutschen Fußball-Bund und die DFL Deutsche Fußball Liga.
Wir fordern eine konsequente Abschaffung der verbandsrechtlichen Bestrafung des Einsatzes von nicht missbräuchlich (im Sinne vom gezielten Einsatz gegen Personen oder Wurf auf das Spielfeld) verwendeter Pyrotechnik und deren sofortige Aussetzung.
Wir kritisieren im Detail, dass …
…die Bestrafungen zusehends wirtschaftliche Probleme für die betroffenen Vereine mit sich bringen und die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern
…die Vereinsverantwortlichen mittels Lizenzvereinbarungen zur Annahme der sportgerichtlichen Sanktionspraxis gezwungen werden und dadurch aufgrund aufkommender Interessenkonflikte ein Keil durch die Vereine getrieben wird
…sich durch die Entwicklung der Strafen/Strafzahlungen die Wahrnehmung und Bewertung von Pyrotechnik insofern verändert hat, dass der positive Einfluss auf die Atmosphäre in den Stadien oder der nicht vorhandene Einfluss auf das Spielgeschehen keine Beachtung findet
…die RLSW Regionalliga Südwest GmbH, sowie die Landesverbände und der Deutsche Fußball-Bund in ihrer Praxis ein zunehmendes Sicherheitsempfinden beim Einsatz von Pyrotechnik und ausbleibende Verletztenzahlen ignorieren
…die Erkenntnisse, wonach die in den letzten Jahren stetig zugenommene Bestrafung von Pyrotechnik nicht zu einer Verringerung des Einsatzes geführt hat, keinerlei Berücksichtigung bei der RLSW Regionalliga Südwest GmbH, sowie den Landesverbänden und dem Deutschen Fußball-Bund gefunden hat
…eine Umlage der Strafen auf vermeintliche Verursacher zu Ermäßigungszwecken auf Grund einer damit einhergehenden Doppel- bzw. Dreifach-Bestrafung nicht vertretbar ist
Als Einheit aus Fanszenen sind wir entschlossen, im engen Austausch mit unseren Vereinen, für die Rechte und faire Behandlung von Fankultur und Souveränität der Vereine einzustehen und einen neuen Weg konsequent zu verfolgen. Die Strafenpolitik der RLSW Regionalliga Südwest GmbH, sowie den Landesverbänden und des Deutschen Fußball-Bunds muss eine grundlegende Veränderung erfahren und die Interessen der Basis unseres Sports in angemessenem Umfang berücksichtigt werden.
Ganz Südwest fordert: Schluss mit euren Bestrafungen! Verbandsstrafen abschaffen!
Blaue Bomber 1995
Block 30 Hessen Kassel / KSV Hessen Kassel e.V.
Cannstatter Kurve
Corrillo Ultras & Synthesia Ultras 79
Crew Eleven Aalen / VfR Aalen 1921 e.V.
D-Block Donaustadion e.V. / SSV Ulm 1846 Fußball
Fanatico Boys Ultras Heidenheim 2008 & Unitas Aquileiae
Jetzt ist es soweit! Das Bundeskartellamt hat die 50+1-Regel erneut geprüft und bescheinigt der Deutschen Fußball Liga wie erwartet Versagen. Das Ergebnis fordert nun die konsequente Umsetzung von 50+1, alles andere ist für uns nicht verhandelbar.
Für uns stellt 50+1 eine wesentliche Besonderheit des deutschen Fußballs dar, die es unbedingt und mit allen Mitteln zu schützen gilt. Für jedermann sichtbare Fehlentwicklungen in zahlreichen europäischen Ligen sind nicht hinnehmbar und auch dank 50+1 bisher in Teilen am deutschen Fußball vorbeigegangen. Dass nun die Strukturen, nicht nur der Werksclubs Leverkusen und Wolfsburg, sondern auch von Hannover und Rasenballsport zum Problem werden, zeigt mit welcher Dilettanz bei der DFL durch die Verantwortlichen gehandelt wurde. So agieren Opportunisten, denen das Kapital näher ist als ihr Auftrag und der Fussball.
Die DFL, die Vereine und ihre Funktionäre müssen jetzt Farbe bekennen. Die betroffenen Vereine müssen kurzfristig ihre Gesellschaftsform und Organisation im Sinne der 50+1-Regel anpassen oder aus dem organisierten Fußball ausscheiden.
Unsere Erwartungshaltung ist klar: 50+1 konsequent anwenden und erhalten!
Anlässlich unseres Auswärtsspiels bei Red Bull werden wir eine Demonstration in Leipzig durchführen, um ein deutliches Zeichen für die Umsetzung von 50+1 und einen Fußball ohne Konstrukte wie Red Bull zu setzen.
Der Treffpunkt für die Demo ist ab 11:45 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof. Vom dortigen Sammelpunkt ziehen wir geschlossen zum Stadion. Bitte beachtet, dass es sich um eine angemeldete Versammlung handelt, bei der Auflagen gelten. Verzichtet daher auf das Mitführen von Vermummungsmaterial und Glasflaschen sowie auf das Zünden von Pyrotechnik. Leistet den Anweisungen der Ordner Folge.
50+1 umsetzen – Red Bull abschaffen!
Der Kampf um 50+1 ist vermutlich der langwierigste und zäheste im Deutschen Fußball. *Es geht um nicht weniger als um den Kampf für einen mitgliederbasierten Fußball und die Einschränkung von kapitalistischen Interessen. Bereits im Jahr 2018 sendeten insgesamt 216 Fangruppierungen und Fanclubs aus der VfB-Fanszene mit der Unterzeichnung einer im bundesweiten Rahmen erstellte Petition „50+1 bleibt“, die den Vereinsvertretern vor einer DFL-Mitgliederversammlung übergeben wurde, ein beachtliches Signal. Auch vielfach in unterschiedlichsten optischen Aktionen im Stadion und auf den Straßen unseres Viertels bei der Karawane Cannstatt 2018 trug unsere Fanszene ihre klare Haltung in die Öffentlichkeit.
Die 50+1 Regel ist für uns keine Diskussionsgrundlage, sondern eines der schützenswertesten Güter des deutschen Fußballs. Es gilt, diese letzte Bastion in einem kranken System zu schützen und zu verteidigen.
In den vergangenen Jahren haben die Streitigkeiten um die 50+1 Regel zahlreiche Gerichte beschäftigt, der Fall Hannover 96 gegen Martin Kind ging bis vor den Bundesgerichtshof. Eine Mühe und ein zweijähriger Gerichtsmarathon, der lohnenswert war, endete er doch im Beweis, dass mit der 50+1 Regel ein wirksames Mittel geschaffen wurde, um die Hoheit der Muttervereine gegenüber möglichen anderen Anteilseignern sicherzustellen. Die direkte Einflussmöglichkeit der Muttervereine und ihrer Mitglieder erzeugt in den deutschen Fanszenen eine einzigartige Bindung, die sich ihrer Kreativität und Stimmung Woche für Woche in vollen Stadien beobachten lässt. Dieses Kulturgut gilt es zu erhalten und weiter zu festigen. Die englische Premier League liefert einen Ausblick darauf, welche Konsequenzen eintreten können, wenn diese Bindung verloren geht. Hier hat ein entfesselter kapitalistischer Feuersturm in den meisten Stadien die einst großartige Stimmung auf der Insel vollständig ausgelöscht. Auch der deutsche Fußball entwickelt sich in eine besorgniserregende Richtung. Doch der Bundesgerichtshof hat verdeutlicht, dass 50+1 nicht nur lebt, sondern bei konsequenter Um- und Durchsetzung auch auf gesellschaftsrechtlicher Ebene standhält. Wir fordern DFB und DFL spätestens seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs im Juli 2024 konsequent dazu auf, die systematische und konsistente Anwendung der 50+1-Regel jederzeit zu gewährleisten. Die Umsetzung der 50+1-Regel muss zudem lückenlos nach außen hin deutlich erkennbar sein. Damit geht in unseren Forderungen einher, dass es Gegner wie den unseren an diesem Spieltag in Leipzig nicht geben dürfte. Eine Einschätzung, die selbst das Bundeskartellamt in Teilen bestätigt. Dieses sieht keinen „Verstoß“, sondern einen „Umgehungstatbestand“. Der „Verstoß“ wird bei RB Leipzig auf ebenso clevere wie infantile Weise umgangen. Anteilseigner an der RasenBallsport Leipzig GmbH sind zwar zu 99% die Red Bull GmbH und nur zu 1% der RB Leipzig e.V., jedoch liegt das offizielle Stimmrecht mehrheitlich beim e.V..
Diese Perversion wird in ihrem Ausmaß wohl nur von den gigantischen Hürden überboten, die erforderlich sind, um den Status einer vollberechtigten Mitgliedschaft bei Red Bull Leipzig zu erlangen. Aktuell zählt das Konstrukt lächerliche 23 stimmberechtigte Mitglieder. Dass die allesamt der Red Bull GmbH nahestehen, vervollständigt das Bild. Hier wurde mit simplen Taschenspielertricks gearbeitet, um ein Marketingprodukt für einen Energydrink möglichst rentabel bewerben zu können, DFB und DFL fungierten hier über Jahre als willige Steigbügelhalter. Das inzwischen multinational im Rahmen eines verabscheuenswerten Multiclub-Ownerships agierende Konstrukt RB Leipzig widerspricht allem, wofür die Basis des Deutschen Fußballs stehen sollte.
Wir fordern von den Verbänden endlich eine konsequente Umsetzung der 50+1 Regel und damit einhergehend eine Verbannung des Konstruktes Red Bull Leipzig aus dem Deutschen Fußball!
50+1 ausnahmslos umsetzen – Red Bull Leipzig abschaffen!